Nov 12

Die SolarWorld AG, die am 14. November 2013 ihren Konzern-Zwischenbericht für das 3. Quartal 2013 vorlegen wird, verzeichnet nach vorläufigen Angaben in den ersten neun Monaten 2013 einen konzernweiten Absatz von Modulen und Bausätzen von 390 (Q1-Q3 2012: 431) MW. Dies entspricht einem Rückgang um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im 3. Quartal hingegen konnte der Konzern den Absatz im Segment „Handel“ verglichen mit dem Vorjahresquartal um 57 Prozent auf 180 (Q3 2012: 115) MW steigern. Haupttreiber dieser Entwicklung war das wachsende Geschäft in den europäischen Exportmärkten und den USA, wohingegen sich der Absatz in Deutschland aufgrund der fortdauernden Restrukturierung rückläufig entwickelte. Infolgedessen lag die konzernweite Absatz-Auslandsquote für die ersten drei Quartale 2013 bei 76 (Q1-Q3 2012: 61) Prozent und somit 15 Prozentpunkte über Vorjahresniveau. Der konzernweite Absatz inklusive des externen Wafergeschäfts betrug im Berichtszeitraum 2013 427 (Q1-Q3 2012: 470) MW.

Der laufende Restrukturierungsprozess der SolarWorld AG löste insbesondere bei Privatkunden im deutschen Markt Kaufzurückhaltung aus. Hierdurch ging das Geschäft mit Bausätzen stark zurück, sodass der margenschwächere reine Modulvertrieb im Berichtszeitraum dominierte. Dies ist der Hauptgrund, warum sich der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 deutlich reduzierte. Mit 345,6 (Q1-Q3 2012: 468,9) Mio. € lag er rund 26 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Aufgrund der eingeleiteten, aber noch nicht final abgeschlossenen finanziellen Restrukturierung des Konzerns ist eine Fremdkapitalbereitstellung für Großprojekte zurzeit nicht darstellbar. Zudem entwickelt sich der Absatz im Hauptmarkt Deutschland schwächer als geplant. Folglich erwartet der Konzern derzeit, anders als prognostiziert, dass der Absatz mit Modulen und Bausätzen sowie der Umsatz unter Vorjahresniveau liegen werden.

Das konzernweite Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich in den ersten neun Monaten 2013 auf – 60,2 (Q1-Q3 2012: – 123,2) Mio. €. Auch das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit – 107,2 (Q1-Q3 2012: – 189,6) Mio. € über dem Niveau des Vorjahres. Das Konzernergebnis belief sich auf –148,6 (Q1-Q3 2012: – 230,0) Mio. €. Die Ergebnisverbesserungen sind u. a. auf eine Reduktion der Materialaufwendungen sowie geringere Abschreibungen und Wertberichtigungen als im Vergleichszeitraum 2012 zurückzuführen. Zum 30. September 2013 verfügte die SolarWorld über liquide Mittel in Höhe von 163,8 (31. Dezember 2012: 224,1) Mio. €. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit war in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 wieder positiv und lag bei +6,5 (Q1-Q3 2012: –45,7) Mio. €.

Und auch die aleo solar AG muss in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 mit einem Umsatz in Höhe von 99,1 Mio. Euro einen Umsatzrückgang gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres (222,4 Mio. Euro) um 55,5 Prozent verbuchen. Das EBIT beträgt -38,0 Mio. Euro (-51,5 Mio. Euro), die EBIT-Marge liegt bei -38,3 Prozent (-23,2 Prozent). Das Ergebnis je Aktie beläuft sich auf -3,30 Euro (-4,88 Euro), die produzierte Leistung sank auf 113,4 Megawatt (258,2 MW).

Der Absatz ging um rund 40 Prozent zurück, da die Nachfrage in den zentralen europäischen Photovoltaikmärkten sehr schwach ausfiel: In Deutschland wurden in den ersten neun Monaten nur 2,7 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es noch 6,2 Gigawatt. Der starke Rückgang ist wesentlich auf die Absenkung der Solarstromvergütung zurückzuführen. Noch stärker ging der Zubau in Italien und Frankreich zurück. Die aleo solar AG erzielte 59,8 Prozent des Umsatzes im Ausland (58,7 Prozent). Neben der schwachen Marktlage hat der Preisverfall weiterhin Umsatz und Marge der aleo solar AG belastet. Die Verkaufspreise im dritten Quartal 2013 sind gegenüber dem dritten Vorjahresquartal um rund 20 Prozent gesunken. Im laufenden Jahr sind die Modulpreise dagegen stabiler.

Die Robert Bosch GmbH, mit einem Aktienanteil von 90,7 Prozent Hauptaktionärin der aleo solar AG, hatte Ende März angekündigt, das Geschäftsfeld kristalline Photovoltaik aufzugeben. Zur Übernahme der Mehrheitsbeteiligung findet derzeit weiter ein Investorenprozess statt. Die am weitesten fortgeschrittenen Gespräche mit einem der Investoren waren Anfang Oktober wegen der schwieriger werdenden Lage auf dem europäischen Solarmarkt zum Erliegen gekommen. Deshalb wurden die Gespräche mit anderen Interessenten wieder aufgenommen. Dadurch ist nicht vor dem ersten Quartal 2014 mit einem Abschluss der Investorengespräche zu rechnen. Auch ein Teilverkauf des Unternehmens wird geprüft. Derzeit ist offen, ob es zu einer Transaktion kommen wird. Unabhängig von einer Transaktion sichert die Robert Bosch GmbH der aleo solar AG die Finanzierung bis Ende März 2014 zu.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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