Jan 14

Ein neues Label für Solarmodule könnte zukünftigen Betreibern von Photovoltaikanlagen die Vorauswahl bei Solarmodulen erleichtern. Das Label wurde durch das Unternehmen PhotovoltaikZentrum – Michael Ziegler entwickelt und basiert auf dem bereits bekannten Energie-Effizienzlabel, mit den farblich unterlegten Klassifizierungen A bis D. Da das Prinzip der Klassifizierung den Verbrauchern bereits bekannt ist, dürfte die Akzeptanz sehr hoch sein.

Unübersichtliches Angebot an Solarmodulen auf dem Markt vorhanden

Auf Grund der Vielzahl der auf dem Markt erhältlichen Solarmodule ist es für Bauherren fast unmöglich, sich für das richtige Solarmodul zu entscheiden. Inzwischen gibt es laut Moduldatenbank der Photovoltaikforum GmbH über 55.600 verschiedene Solarmodultypen, wovon etwa 25.700 aktuell im Handel angeboten werden. Auch die dazugehörigen Moduldatenblätter dienen lediglich Fachleuten als Planungshilfe und stiften bei Laien eher Verwirrung, als dass sie zur Entscheidungsfindung beitragen würden.

Neues Label soll für Transparenz sorgen und als Orientierungshilfe dienen

Das neue Solarmodullabel „Qualität, Umwelt, Leistung und Sicherheit“ (abgekürzt QULS), dass sich noch in der Entwicklung befindet, soll bei Bauherren Transparenz schaffen und als wichtige Orientierungshilfe die Vorauswahl erleichtern. Das Label kann auf der Rückseite eines jeden PV-Moduls und auf den Datenblättern angebracht werden. Es soll den einfachen Vergleich zwischen den verschiedenen Herstellern und deren Modellen ermöglichen. Das Label ersetzt keine fundierte und kompetente Beratung durch einen Fachmann, soll aber ein Hilfsmittel für diejenigen sein, die mit den üblichen Datenblättern auf Grund von fehlendem Fachwissen verständlicherweise überfordert sind. Das Prinzip baut auf den bereits bestehenden Label „Energieeffizienzklasse“ und dem „EU-Reifenlabel“ auf. Dabei werden bestimmte Klassen, wie beispielsweise Qualität und Sicherheit, in Kriterien unterteilt und diese wiederum durch Gewichtungen bewertet. Die Summe aller Werte bestimmt die jeweilige Klasse A, B, C oder D. Klasse A bedeutet, das Solarmodul besitzt eine hohe Punktzahl und ist uneingeschränkt zu empfehlen, wohingegen ein PV-Modul der Klasse D nicht eingesetzt werden sollte.

Stärkung des europäischen Solarmarktes

Die Einführung des Labels könnte den europäischen Solarmarkt stärken, da Solarmodule aus Asien, auf Grund des langen und klimaschädlichen Transportweges, einen hohen Punkteverlust in Kauf nehmen müssen. Ein Pluspunkt für alle europäischen Solarmodulhersteller, die sich durch das Label von ihrem Wettbewerb aus Fernost abgrenzen können.

Markteinführung erst nach Beendigung der Entwicklungsphase

Da gerade beim EU-Reifenlabel nach der Einführung massive Kritik geübt wurde, werden in der Entwicklungsphase des Labels die Kritiken der Marktteilnehmer berücksichtigt und ernst genommen. Damit soll einer voreiligen Markteinführung entgegengewirkt werden. Seit November 2012 kann jeder zu diesem Projekt Stellung beziehen und Vorschläge unterbreiten. Ende Januar 2013 werden die Vorschläge ausgearbeitet und gegebenfalls in das Projekt einfließen.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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