Jun 19
Mecklenburger WEMAG baut Öko-Strategie konsequent aus – hier: Modularer ReeVOLT-Stromspeicher mit bis zu 16 Akkus (Foto: WEMAG AG)

Mecklenburger WEMAG baut Öko-Strategie konsequent aus – hier: Modularer ReeVOLT-Stromspeicher mit bis zu 16 Akkus (Foto: WEMAG AG)

Die WEMAG hat seit 2010 einen Strategiewandel vollzogen und sich konsequent ökologisch ausgerichtet. Auslöser waren das Ausscheiden von Vattenfall und die Übernahme der Aktienmehrheit durch rund 250 Gemeinden in Westmecklenburg und der Prignitz. Im Kerngeschäft hat sich die WEMAG in Mecklenburg-Vorpommern aber auch bundesweit als Ökostromanbieter positioniert und den Netzausbau auf den Anschluss der vielen neuen EEG-Anlagen ausgerichtet. Daneben werden Zukunftsfelder besetzt: beispielsweise Investitionen in eigene Ökokraftwerke, Energieeffizienz, Energiespeicher und Elektromobilität.

Besondere Bedeutung für die Öko-Strategie der WEMAG hat der Aufbau einer eigenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. „Seit 2010 haben wir 18,8 Mio. Euro in die Errichtung von 9,6 MWp regenerativer Erzeugung investiert“, erklärte Rolf Bemmann, der diese Investitionen verantwortet. Bis 2015 plane die WEMAG die Investition weiterer 35 Mio. Euro, vorzugsweise in Windparkprojekte. Der Schwerpunkt der Windkraftaktivitäten ist dabei an der Neuausweisung von Eignungsflächen in Mecklenburg-Vorpommern orientiert. In Kooperation mit verschiedenen Partnern, vor allem Gemeinden, der Kirche und anderen Flächeneigentümern, will die WEMAG die Ausweisung von Potenzialflächen vorantreiben. Diese Partner sind aus Sicht der WEMAG Garanten dafür, dass die Wertschöpfung der nächsten Generation von Windparks weitest möglich in der Region verbleibt.

Bürgerbeteiligung

Bei den Anstrengungen zur Energiewende dürften aber die Bürger in der Region nicht vergessen werden, mahnte Vorstandsmitglied Caspar Baumgart. Bürgerbeteiligung realisiert die WEMAG beispielsweise in einer Kundengenossenschaft, durch die Förderung von Bioenergiedörfern und mit Produkten für eine teilweise Eigenversorgung. Bereits seit Herbst 2012 bietet die WEMAG kleine PV-Anlagen für Haushalte an, mit denen 20 Prozent Eigenbedarfsdeckung möglich sind.

Revolutionärer Energiespeicher

Eine besondere Innovation ist der von der WEMAG entwickelte Energiespeicher für den Privatgebrauch. Das kostengünstige Akku-System kann bis zu 5 kWh selbsterzeugten Strom aufnehmen. In Verbindung mit einer passenden Photovoltaikanlage kann so mehr als die Hälfte des Strombedarfs eines Einfamilienhauses aus eigenen Quellen gedeckt werden. Die WEMAG will das System unter dem Namen „ReeVOLT!“ noch in diesem Jahr auf den Markt bringen.

Eine Innovation ist der modulare Aufbau – bis zu 16 einzelne Akkus können je nach Bedarf in den Speicher eingesetzt werden. So kann der Speicher den Bedürfnissen seiner Umgebung angepasst werden. Dabei handelt es sich um handelsübliche Pedelec-Akkus. „Der ReeVOLT Stromspeicher basiert auf einer revolutionär einfachen Idee. Darum sind wir überzeugt, dass wir damit einen Beitrag zur stückweisen Eigenversorgung leisten können“, ist sich Entwicklungsleiter Raymond See sicher. Die technische Entwicklung übernahm das Schweriner Technologie-Unternehmen Hydyne in Kooperation mit dem Schweizer Pedelec-Produzenten BikeTec.

Batteriekraftwerk in Schwerin

Ein Leuchtturm-Projekt ist auch das von der WEMAG mit Younicos geplante Batteriekraftwerk in Schwerin. Mit einer Kapazität von 5 Megawattstunden ist es das bislang größte Projekt seiner Art in Europa. Mit der riesigen Batterie sollen Stromschwankungen aus der unregelmäßigen Einspeisung erneuerbarer Energien ausgeglichen werden. Unterstützt wird das Vorhaben mit einer Anschubförderung durch das Bundesumweltministerium. Finanzieren soll sich der Batteriepark über die Teilnahme am sogenannten Regelenergiemarkt, bei dem die kurzfristige Bereitstellung von Energiereserven vergütet wird. „Mit dem Batterie-Management-System können wir innerhalb von Sekunden auf Schwankungen reagieren und das Stromnetz stabilisieren“, erklärte Vorstandsmitglied Thomas Pätzold. Ausschlaggebend für die Wahl des Standorts seien die hohe Quote erneuerbarer Energien und die indirekte Anbindung an das 380-kV-Übertragungsnetz gewesen.

Energiestraße vernetzt Hotels in M-V

„Viele unserer Projekte und neuen Geschäftsfelder wären ohne Kooperationen so nicht möglich“, erklärte Caspar Baumgart. Er verwies in dem Zusammenhang auch auf die Zusammenarbeit mit Elektrofahrzeug-Herstellern oder regionalen Hoteliers. Ein gemeinsames Projekt ist die „Energiestraße“, die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern vernetzen will, um Elektromobilität attraktiver zu machen. „Für uns als klimaneutrales Hotel ist individuelle Elektromobilität ein wichtiges Herausstellungsmerkmal“, erklärte Christian Petersen abschließend, der als Geschäftsführer des Schweriner Speicherhotels Gastgeber der Pressekonferenz war und einer der Mitinitiatoren der „Energiestraße“ ist.

Einen weiteren Artikel zur neuen Strategie der WEMAG hat auch Andreas Kühl von energynet veröffentlicht.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

2 Responses to “Mecklenburger WEMAG baut Öko-Strategie konsequent aus”

  1. […] photovoltaik: “Wemag entwickelt Stromspeicher mit Recyclingakkus“ Besonders gefreut haben wir uns über den Artikel auf energy.net, in dem die ganze Bandbreite unserer Ökostrategie klar wird: “Regionaler Energieversorger auf dem Weg zur Energiewende mit neuem Speicher-Konzept” Mehr dazu auch im phovoblog: “Mecklenburger WEMAG baut Öko-Strategie konsequent aus“ […]

  2. […] schläft nicht. Während einige auf die neuesten Batterietechnologien setzen, bieten andere sogar Solarstromspeicher mit Fahrradakkus an. Wie in letzter Zeit immer wieder kritisiert, mangelt es der Solarbranche jedoch offensichtlich […]

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