Sep 21

Im Ortsteil Aufkirch in der Ostallgäuer Gemeinde Kaltental gibt es eine Weltneuheit: Denn erstmals sind rote WIOSUN PV-Therm Kombimodule in das Dach eines denkmalgeschützten Gebäudes integriert worden. „In dieser Kombination ist das weltweit die erste Anlage“, meint Willi Bihler, Inhaber des Solarzentrum Allgäu und Gründer des Markennamens WIOSUN. Das Projekt ist deshalb so herausragend, weil Photovoltaikanlagen und Denkmäler eigentlich einander ausschließen, erläutert der Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut. Insofern ist es ein langer Weg bis zur Verwirklichung gewesen: „Wir haben viele Kompromisse schließen müssen“, so Dominik Schempp, Vorsitzender der Fonsa AG, die in Aufkirch das Gasthaus „Traube“ seit 2003 betreibt. Genau auf diesem denkmalgeschütztem Gasthaus ist die Anlage installiert worden. Dazu wurde das Gebäude aufwendig saniert und mit einem Denkmalpreis ausgezeichnet.

„Wir haben sehr viel Öl verbraucht“, erzählt Schempp. Mit der Kombination aus PV-Therm Anlage und Wärmepumpe soll dieses Problem nun der Vergangenheit angehören. Das Landratsamt unterstütze das Vorhaben – wenn auch erst skeptisch. Doch bei 1700 Denkmälern im Ostallgäu müsse die Behörde auch neue Wege gehen, um diese zu erhalten: „Deshalb waren wir für das Pilotprojekt“, so Fleschhut. Aber das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) war strikt dagegen. Doch einer der kritischen Befürworter war Thomas Goppel, der frühere Minister und jetzige Vorsitzende des Landesdenkmalrates – der Fachaufsicht des BLfD. Dieses Gremium sei nach längeren Gesprächen umgestimmt worden.

„Das ist nun auf jeden Fall bayernweit die erste Anlage dieser Art“, sagt Goppel. Für den Aufbau auf das denkmalgeschützte Haus gab es aber deutliche Auflagen: Die 60 PV-Therm Kombimodule mussten in das Dach versenkt werden. Zudem hatten die Zellen rot zu sein – heutzutage kein Problem mehr.

In ca. 10 Jahren amortisiert sich die Investition. Das Solarzentrum Allgäu wiederum habe durch das Pilotprojekt das Know-how und die Mittel zur Herstellung und das Landratsamt möglicherweise eine „innovative Technik“, die eine energetische Sanierung von Denkmälern ermögliche, so Fleschhut.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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