Mrz 07

In der Schweiz wurden 2012 rund 67% mehr Photovoltaik-Module verkauft als im Vorjahr. Gemäss neuesten Einschätzungen des schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie Swissolar wuchs der Photovoltaik-Markt damit auf 200 Megawatt Modulleistung an. Diese starken Impulse für die Wirtschaft werden massgeblich von Bauherren getragen, die mit einer baldigen KEV-Zusage rechnen. Swissolar appelliert an die Politik, rasch für eine Deblockierung dieses Förderinstruments zu sorgen.

Neueste Erhebungen von Swissolar bei seinen Mitgliedern deuten darauf hin, dass der Photovoltaik-Markt im vergangenen Jahr stärker wuchs als bisher angenommen. Die verkaufte Modulleistung von rund 200 Megawatt entspricht einer Fläche von 1.5 Millionen Quadratmetern. Total produzieren in der Schweiz nun 400 Megawatt Modulkapazität jährlich 340 Gigawattstunden Strom. Dies entspricht mehr als 0.5 Prozent des Verbrauchs. Zum Vergleich: In Bayern lag dieser Wert Ende des vergangenen Jahrs bei fast 10 Prozent.

Zuversicht bezüglich KEV löst Investitionen aus

Der Markt wuchs damit um 67 Prozent gegenüber 2011 – trotz Warteliste der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV mit über 22‘000 Photovoltaikanlagen. Der scheinbare Widerspruch ist einerseits auf Bauherrschaften zurückzuführen, die ihre Anlagen trotz Eintrag auf der Warteliste realisieren, im Vertrauen darauf, bald Zuschüsse über die KEV zu erhalten. Andererseits gibt es verschiedene Energieversorger und Gemeinden, die Überbrückungs- oder Ergänzungsbeiträge zur KEV auf nationaler Ebene bezahlen. Von dieser Möglichkeit kann jedoch nur eine Minderheit der Schweizer Bevölkerung profitieren.

Swissolar appelliert an Bundesrat und Parlament, rasch für eine Deblockierung der KEV und damit für einheitliche, verlässliche Rahmenbedingungen für alle Bauherrschaften zu sorgen, die bereit sind, mit einer Photovoltaikanlage einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Wenn dies gewährleistet ist, kann das Swissolar-Ziel von 20 Prozent Solarstrom bis 2025 erreicht werden.

Nationale Photovoltaik-Tagung: Swissolar, VSE und BFE diskutieren

Der Ausbau von Solarstrom in der Schweiz: Wie und in welchem Tempo vorgegangen werden soll, ist die Kernfrage der 11. Nationalen Photovoltaik-Tagung vom 11. bis 12. März 2013 in Basel. Sie wird von Swissolar gemeinsam mit dem Verband der schweizerischen Elektrizitätswerke VSE und dem Bundesamt für Energie BFE durchgeführt.

Nutzung der Solarwärme wird unterschätzt

Grosses Potenzial besteht weiterhin bei der Nutzung der Solarthermie, der zweiten Technik zur Solarenergienutzung. Gemäss Erhebungen im Auftrag von Swissolar wurde 2012 eine Fläche von 121‘000 Quadratmetern verglaster Sonnenkollektoren verkauft. Das ist 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Total sind nun etwas über eine Million Quadratmeter Sonnenkollektoren installiert. Um den Markt wieder auf Wachstumskurs zu bringen, erarbeitet Swissolar zurzeit einen Massnahmenplan. Im Zentrum steht die vermehrte Nutzung des bisher kaum genutzten Potenzials zur Trinkwassererwärmung auf Mehrfamilienhäusern.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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