Mrz 12

Der Verkauf der Fertigung von kristallinen Photovoltaik-Zellen und -Modulen in Arnstadt von Bosch an SolarWorld ist abgeschlossen. Alle Bedingungen für den Vollzug des im November 2013 unterzeichneten Kaufvertrags sind erfüllt, darunter die Genehmigung der Kartellbehörden sowie der Abschluss eines Interessenausgleichs für die Mitarbeiter von Bosch Solar Energy, die zur SolarWorld Industries-Thüringen GmbH wechseln. Über sämtliche Vertragskonditionen haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Insgesamt können 1000 von derzeit noch rund 1400 Arbeitsplätzen am Standort Arnstadt erhalten werden. „Unser Ziel, Teilbereiche zu veräußern und Bosch-Alternativgeschäft anzusiedeln und damit so vielen Mitarbeitern wie möglich einen Arbeitsplatz anzubieten, haben wir erreicht“, sagte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH. „So können wir anstelle einer Schließung des Standorts für einen großen Teil der Mitarbeiter eine Perspektive schaffen. Um das zu ermöglichen, haben wir viel Zeit und erhebliche finanzielle Mittel investiert“. Zusätzlich zu den rund 800 Mitarbeitern, die zu SolarWorld wechseln, wird Bosch insgesamt rund 250 Mitarbeiter am Standort Arnstadt beschäftigen. Bereits ihren Betrieb aufgenommen haben die Serviceorganisation und die Handelsgesellschaft von Bosch. Ab Herbst 2014 wird Bosch in Arnstadt zudem ein Automobilelektronikprodukt fertigen. Aktuell laufen dafür die Vorarbeiten.

Weiterhin laufen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern zum Interessenausgleich und Sozialplan für die Mitarbeiter, die nicht zur SolarWorld Industries-Thüringen GmbH wechseln. Trotz verstärkter Anstrengungen von Bosch, gemeinsam mit der Landesregierung und der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, wird der potenzielle Investor aus dem Pharmasektor seine ursprünglichen Pläne, in Arnstadt zu produzieren, aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht umsetzen. Für das Modulwerk im südfranzösischen Vénissieux soll es eine vergleichbare Lösung geben wie für den Standort Arnstadt. Fortgeschrittene Gespräche werden zurzeit mit einem potenziellen Investor geführt.

Die aleo solar AG, Oldenburg/Prenzlau, hat am 5. Februar 2014 einen Vertrag unterzeichnet, um die Modulfertigung in Prenzlau/Brandenburg an die SCP Solar GmbH zu verkaufen. SCP Solar GmbH ist ein Joint Venture bestehend aus der taiwanesischen Sunrise Global Solar Energy Co. Ltd., der japanischen CHOSHU Industry Co., Ltd. und der Pan Asia Solar, Ltd., UK. Der Käufer übernimmt auch die Marke „aleo“ und beabsichtigt, Arbeitsplätze für rund 200 Mitarbeiter zu schaffen. Bosch als Hauptaktionär (rund 90,7 Prozent der Anteile) unterstützt aleo bei der Umsetzung mit einer entsprechenden Finanzierung. Der Vorstand von aleo hat mehrere Optionen geprüft, einschließlich einer kompletten Liquidation des Geschäftsbetriebs. Um rund 200 Mitarbeitern eine Beschäftigung beim Erwerber zu ermöglichen, nimmt Bosch für diese Transaktion Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe in Kauf. Eine komplette Liquidation wäre die finanziell deutlich günstigere Option gewesen. Bosch unterstützt aleo bei der Transaktion und der Auflösung des nicht von der Transaktion umfassten Restgeschäfts mit einer Finanzierung. Mit diesem Vorgehen kann eine Insolvenz von aleo vermieden werden. Die Transaktion steht unter anderem noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Hauptversammlung und der Genehmigung durch die Kartellbehörden

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

Leave a Reply

preload preload preload