Dez 02

Die Stadtwerke Osnabrück planen den Bau eines Solarkraftwerks auf einer stillgelegten Deponiefläche im Stadtteil Hellern. Rund 9.000 Module, verteilt auf einer Gesamtfläche von 5,6 Hektar, sollen ab dem kommenden Jahr insgesamt mehr als 1,5 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr erzeugen. Mit dieser Menge könnten rund 440 Haushalte ganzjährig mit grünem Strom versorgt werden.

“Dies wäre ein weiterer Meilenstein auf dem Weg hin zur Erreichung unserer ehrgeizigen KUK-Klimaziele“, sagt der Stadtwerke-Energievertriebsleiter Dr. Klaus Siedhoff. Bis 2018 wollen die Stadtwerke alle Privatkunden mit selbst erzeugtem grünen Strom versorgen. „Knapp 50 Millionen Kilowattstunden alternativ erzeugten Strom aus Wind, Sonne und auch Deponie- und Klärgas erzeugen wir bereits selbst – Tendenz steigend“, so Dr. Siedhoff. Die Freiflächenanlage südlich des Tongrubenwegs in Hellern wäre mit einer Leistung von 1.750 kWp (Kilowatt peak) die größte eigene Solaranlage der Stadtwerke und auch die bislang größte im Stadtgebiet. „Wir sind den Eigentümerinnen der Fläche sehr dankbar, dass sie uns die Fotovoltaiknutzung ermöglichen“, betont der Stadtwerke-Energiechef. „Denn: Der Bau einer Photovoltaikanlage auf diesem ungenutzten Brachgelände, das ungefähr so groß ist wie acht Fußballfelder, kann zudem einen weiteren wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

Entwicklung der Flora und Fauna wird genau untersucht

Im Rahmen der Aufstellung des für die Anlage erforderlichen Bebauungsplans werden bereits im Vorfeld die Auswirkungen auf die vorhandene Flora und Fauna untersucht und gegebenenfalls entsprechende Artenschutzauflagen festgelegt. Nach einer erfolgten Inbetriebnahme der Großanlage wollen die Stadtwerke dann gemeinsam mit dem Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück genauestens die Entwicklung der Flora und Fauna auf dem Gelände im Rahmen eines Monitorings untersuchen. „Ziel eines solchen Monitorings wäre, neben der CO2-armen Stromgewinnung auf einer ehemaligen Deponiefläche Erkenntnisse über einen möglichst naturschonenden Umgang mit der Fläche zu gewinnen“, erläutert Dr. Siedhoff. Anders als bei Windkraftanlagen gebe es bislang erst wenige Studien zu den Auswirkungen von Fotovoltaik-Freiflächenanlagen auf den Arten- und Landschaftsschutz. „Denkbar wäre, dies am Beispiel der möglichen Anlage hier in Hellern von einer Hochschule erforschen zu lassen.“

Geschütztes Areal mit kaum Störungen für die Natur

„Erste Studien an anderen Stellen zeigen bereits, dass sich die Artenvielfalt in solch geschützten Arealen positiv entwickelt“, so der Stadtwerke-Experte weiter. Zum Schutz der Module werden vergleichbare Freiflächenanlagen üblicherweise eingezäunt. Das Areal in Hellern soll für kleinere Tierarten wie Füchse, Hasen und Amphibien aber durchlässig sein. Zudem werde es über einen Zeitraum von Jahrzehnten kaum zusätzliche Störungen durch den Menschen geben. „Also keine Bodenbearbeitung, keine Düngung, kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Dies kann sich durchaus positiv auf das Bodenleben auswirken“, hofft Dr. Siedhoff. Der oftmals bestehende Zielkonflikt zwischen dem Ausbau grüner Stromerzeugung und dem Naturschutz könne durch solche Freiflächenanlagen minimiert werden. Am 13. Dezember befasst sich der Rat der Stadt Osnabrück abschließend mit der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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