Mai 20

Vergangene Woche sprach sich die EU-Kommission dafür aus, Solarprodukte aus China mit vorläufigen Importzöllen zu belegen. Die offizielle Entscheidung wird jedoch erst am 6. Juni getroffen. Daraufhin meldete sich das chinesische Handelsministerium zu Wort und warnte die EU vor einem Handelskrieg. REC, einer der größten europäischen Hersteller von Solarmodulen, nimmt hierzu Stellung und positioniert sich, eindeutig gegen diese Schutzzölle.

„Wir unterstützen einen offenen und fairen Wettbewerb und glauben, dass die Strafzölle nicht im europäischen Interesse sind“, erklärt Luc Graré, Senior Vice President Solar Sales and Marketing, REC. „Vordergründig steigt zwar die Nachfrage nach europäischen Modulen, gleichzeitig wird jedoch der Markt für Solarenergie insgesamt schrumpfen, was in letzter Konsequenz Großhändler, Installateure und auch Hersteller in Europa betrifft. Ein Grund dafür ist, dass Solarprojekte für Investoren aufgrund der hohen Unsicherheit unattraktiv werden.“

Während die Modulpreise im letzten Jahr aufgrund von Überkapazitäten und technologischer Entwicklung deutlich gesunken sind, werde sich künftig besonders bei Herstellern von Komponenten wie Wechselrichtern oder Unterkonstruktionen, aber auch bei Projektentwicklern ein Preisdruck bemerkbar machen, so Graré.

„Während sich in Europa für uns derzeit durchaus gewisse Vorteile ergeben, erwarten wir bei einer Einführung von Importzöllen einen verstärkten Wettbewerb in Asien“, unterstreicht Graré. „Denn dort werden künftig Chinesische Hersteller versuchen ihre Module zu verkaufen, wodurch der Preisdruck dort entsprechend steigt.“ REC selbst, so Graré, sei von den Strafzöllen nicht betroffen, da das Unternehmen Zellen, Wafer und Module in Singapur produziert und somit keine chinesischen Bauteile verwendet.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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