Jul 27

Die US-Regierung hat die sofortige Einführung eines vorläufigen Antidumpingzolls auf importierte Solarstromprodukte aus China und Taiwan beschlossen. Damit reagiert die Regierung auf staatlich geförderte Dumpingpreise, mit denen Hersteller aus diesen Ländern Wettbewerber schädigen und gegen geltende WTO-Vereinbarungen verstoßen.

Bereits 2012 hatten die USA erste Antidumpingzölle gegen chinesische Solarprodukte eingeführt. Diese wurden aber zunehmend von chinesischen Anbietern umgangen, unter anderem dadurch, dass sie Solarzellen aus Taiwan statt aus China verwendeten. Diese Umgehungsmöglichkeit haben die USA nun geschlossen. Die festgelegten Antidumpingzölle liegen im Schnitt bei 36 Prozent für Solarzellen aus Taiwan und bei 42 Prozent für Produkte, die mehrheitlich in China gefertigt wurden. Zusammen mit vorher verhängten vorläufigen Antisubventionszöllen beträgt der kombinierte Zoll rund 47 Prozent. Die endgültige Beschlussfassung über den Fortbestand der Zölle ist für Ende des Jahres angekündigt. Bis dahin sind Importeure verpflichtet, Bareinlagen beim Zoll zu hinterlegen.

SolarWorld begrüßt die Zollentscheidung, die auf Handelsklagen der Konzerntochter SolarWorld Industries America zurückgehen. Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, CEO und Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG: „Das ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung von echtem Wettbewerb. Dumping ist ein illegales Mittel, um Marktanteile auf Kosten anderer zu gewinnen. Dabei bleiben technologischer Fortschritt, Produktvielfalt und die Interessen der Kunden auf der Strecke. Es ist gut, dass die US-Regierung nun entschieden dagegen vorgeht. Gerade in einem stark wachsenden Markt wie den USA ist fairer Wettbewerb unabdingbar für die Zukunft der Solarstromtechnologie.“

Auch in der EU gelten seit 2013 Antidumping- und Antisubventionszölle auf Solarprodukte aus China. Diese werden wirksam, wenn beim Import ein von der EU-Kommission festgelegter Mindestpreis unterschritten wird. Zuletzt bestimmten allerdings Mindestpreisabsenkungen und Verstöße gegen die Mindestpreisregelung und Zollverstöße die Diskussion. „Die EU muss aufpassen, dass ihre Maßnahmen gegen Dumping und subventionierte Exporte nicht sukzessive erodieren. Dabei kann das entschlossene Handeln der US-Regierung durchaus beispielgebend sein“, so Asbeck.

Über den Autor Robert

Robert ist Online-Redakteur für phovo.de - dem Blog für eine solare Zukunft.

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